The Perfect Fifth: Bunnahabhain 28 und Aberlour 30 im Glas

 

The Perfect Fifth ist ein unabhängiger Abfüller, der in den USA ansässig ist. Er präsentiert Einzelfass-Abfüllungen langjährig gereifter schottischer Whiskys in exklusiver Verpackung – zu exklusiven Preisen. Gegründet wurde das Unternehmen mit Sitz in Miami von Karl Schoen. Seine Familie betätigte sich seit Jahrzehnten in Los Angeles als Spirituosenhändler. Schoen ist nicht nur CEO, er trifft auch die Auswahl der Fässer, berichtet die Webseite des Unternehmens. Jetzt will The Perfect Fifth auch in Europa Fuß fassen und arbeitet dafür mit der deutschen Beratungsfirma Multee GmbH zusammen.

Zwei Abfüllungen kamen bei uns vor kurzem auf den Markt, von denen ich Samples zum Verkosten zugesandt bekam. Vielen Dank an Miriam Rune von Perfect Fifth.

 

The Perfect Fifth Bunnahabhain 28 Jahre

1991, Fass 5386, Ex-Bourbon-Fass, abgefüllt 2020, 165 Flaschen, 50,5 %vol, nicht kühlgefiltert, nicht gefärbt

In der Nase sehr feines, hell-fruchtiges Aroma. Zitrusnoten, Ananas. Trockene Rauchigkeit vom Eichenholz.

Am Gaumen umfangen diese rauchigen Eichenoten die frischen, grasige Aromen und Zitrusnoten. Die geben sich verschlossen, öffnen sich nur zögernd. Das Aroma bleibt elegant und geradlinig. Ein leicht wachsiges Mundgefühl. Die Eichenoten verweilen lange und fast ist mir, als wenn im Ausklang eine Spur Menthol mitschwingt.

Ein anmutig-zarter Bunnahabhain, der mit seiner fehlerlosen Schlichtheit überzeugt.

 

 

The Perfect Fifth Aberlour 30 Jahre

1989, Fass 11050, Ex-Bourbon-Fass, abgefüllt 2020, 241 Flaschen, 51,5 %vol, nicht kühlgefiltert, nicht gefärbt

In der Nase faszinierende Frucht. Sanft irgendwie, aber ausdrucksstark. Orange, Pfirsich, Mango, reife Melone, Brotrinde, Honig. Auch hier dieser wunderbare dezente Rauch, der nicht von getorftem Malz kommt.

Am Gaumen schmeicheln die genannten Früchte weiter, wenn auch nicht ganz so verführerisch wie in der Nase. Orange vor allem, auch Traube. Frisches Roggenbrot, kross gebackenes Shortbread. Ein wenig Spicyness bitzelt durch. Eichenoten klingen aus.

Ein schöner und aromatischer Dram. In sich ruhend. Die Nase hat mich besonders fasziniert.

 

Mein Fazit

Beide Single Malts spielen in einer qualitativ hochstehenden Liga mit. Leider sind sie aber auch preislich in einer eigenen Klasse angesiedelt. 700 Euro für den Bunnahabhain und 2.000 Euro für den Aberlour übersteigen dann doch irgendwie meine gedanklichen (und finanziellen) Grenzen für solche Abfüllungen, auch wenn die Verpackung sehr hochwertig ist.

Besonders Letztere lässt darauf schließen, dass wohl vor allem Sammler die Zielgruppe von The Perfect Fifth sind.