Hazelburn 13 Jahre Oloroso Cask Matured 2018 im Glas

In einem Whiskyladen in Huntly lachte mich im Mai dieser Hazelburn an. Er bettelte sehr intensiv „Bitte nimm mich mit“ und das setzte mich emotional einfach stark unter Druck. Was soll ich sagen – ich gab nach. Mittlerweile ist die Abfüllung aber auch in Deutschland erhältlich, wie ich gesehen habe. Ihr müsst also nicht extra nach Schottland reisen.

Hazelburn ist eines der drei Labels der Springbank Distillery in Campbeltown. Er wird dreifach destilliert, der Longrow zweifach und der Springbank zweieinhalbfach (eine Hälfte jeweils zweifach, die andere dreifach). Die Labels unterscheiden sich aber nicht nur hinsichtlich des Brennverfahrens, sondern auch in Bezug auf die Rauchigkeit des Malzes. Springbank mälzt alles verwendete Getreide noch traditionell selbst und verwendet im Kiln unterschiedliche Trocknungsverfahren: Das Malz für den stark rauchigen Longrow trocknet ausschließlich über Torffeuer, das für den Hazelburn durch Zufuhr heißer Luft. Beim Malz für den Springbank werden beide Verfahren nacheinander kombiniert.

Ein paar Zahlen zum Hazelburn Oloroso Cask Matured

Der 13 jährige Hazelburn Oloroso Cask Matured ist der Nachfolger einer ebenfalls 13 Jahre alten ähnlichen Abfüllung vom vergangenen Jahr. Die hatte eine Auflage von 12.000 Flaschen, dieses Mal sind es 9.000. Wie alle Whiskys der Springbank Brennerei wird auch der Hazelburn Oloroso Cask weder gefärbt noch kühlgefiltert. Gelagert in „fresh and refill Oloroso Sherry casks“ informiert das Flaschenetikett. Er wurde destilliert im Oktober 2004 und abgefüllt im April 2018. 47,4% vol hat dieser Jahrgang zu bieten.

Meine Tastingnotes:

Farbe: Dunkles Gold

Nase: Süß und sehr fruchtig. Trockenfrüchte, Korinthen. Malzbonbons. Ein Hauch tiefsüße Orange, ein Hauch Ingwer – angeflämmter Ingwer. Dunkle Schokolade, und satte Eichenaromen.

Gaumen: Sehr weich und samtig. Geht sofort auf und wird sehr warm und spicy. Ein Hauch Kirscharomen und Schokolade. Dann nach einem Moment sind es eher reife Erdbeeren mit braunem Zucker. Karamellbonbons. Orangenkonfitüre. Stark gesüßter Espresso mit einem Schuss Sahne. Röstaromen, und ich schmecke gebrannte Mandeln. Und hinter allem dieser Sherry.

Finish: Lang und würzig. Schokolade und Eichenoten. Dunkles Karamell. Kurz huscht der Gedanke vorbei „leichter Schwefel…?“ – aber nein – das wäre mir unangenehm und das hier ist nicht unangenehm. Eher ein Hauch von Holzrauch, der am Gaumen haften bleibt.

Ein cremiges, süffiges Erlebnis. Ein intensives Zusammenspiel von Frucht und Holz, ohne dass der Whisky überladen wirkt. Prädikat Lecker.

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