In die Jahre gekommen: Ardbeg 21 Committee Release

Die nächste Ardbeg Committee Abfüllung wirft ihre Schatten beziehungweise ihre Samples voraus: Der Ardbeg Twenty One steht zwar erst am 21. September für die Mitglieder des Ardbeg Committees im speziellen Onlineshop bereit, aber wie gewohnt wurden zuvor Samples an Presse, Blogger und Co. verschickt. So gibt es heute und in den nächsten Tagen also von vielen Seiten Tastingnotes zum neuen Ardbeg 21 Jahre. Das ist Teil der vertrauten PR-Strategie, auch wenn die Committee Release Abfüllungen diese Werbung vermutlich nicht nötig haben. Zu groß ist die Beliebtheit des rauchigen Islay Whiskys derzeit, als dass die limitierten Abfüllungen nicht jedes Mal schon kurze Zeit nach Verkaufsstart vergriffen wären.

ardbeg-21-sample

Das Label auf dem Sample des Ardbeg Twenty One, der vor mir liegt, bestätigt, was schon seit einigen Wochen die Runde im Netz machte: 46% vol hat der Single Malt zu bieten und bleibt damit in Bezug auf die Alkoholstärke doch recht deutlich hinter den Committee Abfüllungen der letzten Jahre zurück. Doch wenn er auch keine Fassstärke zu bieten hat, dann allerdings eine andere beeindruckende Zahl: eine Altersangabe nämlich. Damit bringt Ardbeg meines Wissens zum ersten Mal – abgesehen vom Ardbeg Ten – einen Whisky mit Altersangabe heraus, seit das Unternehmen 1997 von Glenmorangie übernommen und wieder eröffnet wurde (wenn ich mich irre, dann korrigiert mich bitte). Und dieser Ardbeg hat mit 21 Jahren ein Alter, das eines klar macht: Der Whisky für dieses Release wurde kurz vor der Schließung 1996 hergestellt, also noch unter der Leitung des damaligen Besitzers Hiram Walker.

Diese Tatsache wird auch in der Pressemitteilung und im Rundbrief an die Committee Mitglieder als zentraler Aufhänger benutzt: Angesichts der baldigen Schließung habe das Team damals noch einmal alle Liebe und alles Können in diesen Whisky hineingesteckt. Bill Lumsden hat nun die Fässer für dieses Ardbeg Twenty One Committee Release ausgewählt und es sind ausschließlich Ex-Bourbon Fässer, die für diese limitierte Ausgabe herangezogen wurden. Wie viele Flaschen es letztendlich sind, wurde nicht bekannt gegeben.

Mit Altersangabe, 21 Jahren lang gereift, nicht kühlgefiltert, limitiert und von Ardbeg: Niemand hatte vermutet, dass dieser Ardbeg 21 sehr günstig werden würde. Die 370 Euro, die jetzt als Preis bekannt gegeben wurden, haben aber so manchen die Luft anhalten lassen. Diese Summe ist schon heftig; besonders dann, wenn man den Ardbeg Twenty One nicht als Sammler kaufen will, sondern zum Genießen.

Ob er dieses Geld wert ist, der Ardbeg 21? Ich habe ihn grad probiert, aber ich tue mich schwer damit euch zu sagen, ob er 370 Euro wert ist. Ich kann euch aber sagen, dass ich ihn für einen tollen Whisky halte und dass ich jeden Schluck genossen habe. Aber 370 Euro sind eine Menge Geld und es gibt diverse Einzelfassabfüllungen anderer Whiskys, die ich auch sehr gut finde und die für deutlich weniger zu haben sind. Es ist also wie bei allem: Jeder muss selbst entscheiden, was er für ein Luxusgut (und das ist Single Malt nun einmal) ausgeben möchte und/oder ausgeben kann. Ich werde mich dann wohl seit langem zum ersten Mal nicht am Committee-Wettlauf beteiligen. Da freut sich dann dafür ein anderer Ardbeg Fan. Wenn niemand ihn zu dem Preis kaufen würde, so würde er vermutlich nach einer Weile günstiger angeboten werden, wie es in der Marktwirtschaft üblich ist. Aber wir wollen nicht phantasieren…

Kommen wir lieber zu meinen

Ardbeg Twenty One Committee Release Tastingnotes:

ardbeg-21-tasting

Farbe: blasses Gold

Nase: Kaum ist der Deckel von der Flasche, gibt sie schon das Aroma frei. Beim Einschenken ins Glas verstärkt es sich: Rauch natürlich – es ist Ardbeg – aber vor allem auch eine ganz deutliche süße Fruchtnote. Die Nase freut sich, dass der Alkohol nicht stark hervor kommt und sofort ein intensives Schnuppern möglich ist. Intensive weiche, helle Fruchtnoten. Birne. Ananas. Banane. Eine leichte Vanillenote ist da, doch vor allem denke ich an frisches Gebäck mit viel Butter. Shortbread. Und über allem liegt dieser herrliche Rauch. Holzkohlegrill. Allgegenwärtig, aber nicht erdrückend, nicht vorpreschend. Er lässt allem anderen Raum. Gewürze kommen durch. Kräuter-Hustenbonbons.

Gaumen: Süßes Malz. Vanille. Kaum mehr Früchte, dafür gesellt sich leichter Pfeffer hinzu. Er verklingt. Am Gaumen spielt der Rauch die erste Geige. Zuerst Rauch, dann plötzlich kommt der Teer. Altes Motoröl. Die Aromatik wandelt sich. Leicht bittere Seitenaromen kommen hoch und ganz dunkle, würzige Lakritze. Wie hießen die noch? Salinos. Die fette Öligkeit und der Teer machen sich breit im Mund. Weich. Nichts beißt.

Nachklang: Ja, der Arbeg 21 hat definitv Nachklang. Lange und teerig. Ein- und Ausatmen über die Zunge macht aus der Mundhöhle noch lange eine…. Ja ich weiß nicht recht … Es ist, als fährt man an einer arbeitenden Straßenbaumaschine vorbei und entfernt sich langsam von ihr. Ein herrlich teeriger Hauch 🙂 .

Tastingsample von Moet-Hennessy

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