Cotswolds PX Single Cask Whisky – fassstark und nur für Deutschland

Wer meinem Blog schon eine Weile folgt, dem ist die englische Cotswolds Distillery sicher ein Begriff. Ich berichte seit ihrem Bau regelmäßig über ihren Werdegang und gehöre wohl schon irgendwie zu den Stammgästen dort. Falls ihr erst jetzt in das Thema „Cotswolds Distillery“ einsteigt, findet ihr hier eine schon recht beachtliche Sammlung meiner Blogbeiträge mit vielen Bildern. Der jüngste berichtet über das neue Besucherzentrum der Brennerei, das ich mir im Mai angeschaut habe.

Vor allem bin ich natürlich gespannt, wie sich der Cotswolds Whisky entwickelt. Im Oktober 2017 kam die erste Abfüllung heraus, seither präsentierten Dan Szor und sein Team neben dem „Standard“ aus 70% STR- und 30% Bourbonfässern bereits einige Variationen ihres Single Malts aus verschiedenen Fassarten.

Als jetzt die erste Cotswolds Single Cask Abfüllung für Deutschland auf den Markt kam, konnte ich natürlich nicht umhin, eine Flasche zu bestellen. Nicht zum Sammeln, sondern zum Öffnen, Verkosten und neugierigen Begutachten. Schauen wir mal:

Tastingnotes Cotswolds 2015/2019 PX Single Cask Germany Exclusive

Vier Jahre lagerte dieser Cotswolds Whisky in einem Pedro Ximenez Sherry Butt (destilliert 13.03.2015, abgefüllt 12.06.2019), bevor er ungefärbt, nicht kühlgefiltert und in Fassstärke von 59,7% vol als Einzelfassabfüllung auf den deutschen Markt kam. 672 Flaschen gibt es insgesamt, verkündet das Label.

  • In der Nase zeigt sich: Sherryfass. Hier geben fruchtige Noten den Takt an. Keine frischen Zitrusnoten, sondern vollaromatische, satte Aromen. Herzkirschen, reife Pfirsiche. Dann kommen Assoziationen an dunkle, polierte Eichenholzschränke. Mit Espresso poliert? Eine Alkoholnote schwebt darüber, die von der Fassstärke zeugt, aber nicht unangenehm beißt.
  • Am Gaumen festigt sich der Eindruck, den die Nase beschert hat. Sherry. Vollmundige Frucht. Pfirsiche. Feigen. Pflaumenmus. Dann – Weinbrandbohnen. Mon Cheri. Ja, Schokolade und Röstaromen mischen sich unter das Obstkompott. Die Fassstärke nehme ich wahr, aber sie erschlägt mich nicht. Ein alkoholisches Kribbeln, ja, aber kein unangenehmes Brennen. Ein paar Tropfen Wasser nehmen ihm diese kleine alkoholische Spitze, aber „tun nichts für ihn“ in Sachen Aromenentwicklung.
  • Im Finish offenbaren sich Eichenoten, Röstaromen, der Gaumen wird trocken und leicht bittere Noten mischen sich ein.

Ein sehr gut ausgesuchtes Sherryfass ohne Fehlnoten, mit Ausgewogenheit von satter Frucht und Holz. Vier Jahre sind kein Alter für einen Whisky. Aber ganz ehrlich – da habe ich schon wesentlich unausgereiftere ältere Abfüllungen anderer Marken im Glas gehabt. Was diesem PX Cotswolds hier noch fehlt, sich aber im Lagerhaus in den kommenden Jahren in den Fässern ganz bestimmt entwickeln wird, ist etwas mehr Durchhaltevermögen der Aromen, das Gastspiel am Gaumen ist noch recht kurz und die wirklich sehr schönen Fruchtnoten verabschieden sich relativ schnell. Ich würde ihn als schönen Aperitifwhisky bezeichnen. Macht Appetit und Lust auf das, was kommt.

PS: Lieber Dan, ich weiß, du bist noch ein junger Kerl mit guten Augen, aber könntest du nicht mit Rücksicht auf mich die individuellen Angaben auf dem Label zukünftig in etwas kräftigerer Schrift drucken lassen, damit ich abends beim Tasting nicht immer volle Beleuchtung brauche? Dankeschön!

PPS: Was als nächstes von Cotswolds kommt, raucht ein wenig, hört man …

 

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