Dream to Dram: Erster Kingsbarns Whisky auch in Deutschland vorgestellt

Launch des neuen Single Malts bei der Hanse Spirit in Hamburg

Wenn ein schottischer Dream zum Dram wird, dann kann man das auch ruhig in Deutschland feiern und verkünden, meinten Corinna Schwarz und Dietmar Schulz von Alba Import (völlig zu Recht) und luden ein zum Pressetermin am vergangenen Donnerstag während der Messe Hanse Spirit in Hamburg. Der Star des Abends war der erste allgemein verfügbare Single Malt Whisky der schottischen Brennerei Kingsbarns in Fife an der Ostküste Schottlands. „Dream to Dram“ heißt er.

Erst wenige Tage zuvor war der offizielle Launch des Whiskys in Schottland, zu dem auch Corinna und Dietmar als deutsche Importeure der Label Wemyss und Kingsbarns eingeladen waren. In Dietmar klang die Begeisterung noch deutlich nach und er berichtete enthusiastisch von der Brennerei, den Machern des Whiskys und dem Event. Sehr stolz ist man bei Kingsbarns auf das bisher schon erreichte, meinte er. Als die Idee für eine Whiskybrennerei hier in Fife im Jahr 2010 geboren wurde und die Familie Wemyss gemeinsam mit Distillery Manager Peter Holroyd und Ideengeber Douglas Clement im März 2015 das erste Fass abfüllte, da hatten sie als Ziel keinen Superlativ für ihre Brennerei vor Augen. Sie soll weder die größte noch die nördlichste oder südlichste, nicht die höchste und auch nicht unbedingt die beste Brennerei werden, sondern einfach nur einen richtig guten Whisky machen. Whisky im Stil der Lowlands, Whisky aus regionaler Gerste der umliegenden Farmen.

Jetzt können sie zeigen, dass sie auf einem sehr guten Weg dahin sind, meinte Dietmar, präsentierte uns nach einer kurzen Einführung in die Historie und Hintergründe von Kingsbarns (eine nähere Vorstellung der Brennerei habe ich vor einiger Zeit hier in meinem Besuchsbericht veröffentlicht) den dreijährigen Dream to Dram und zum Vergleich und Einschätzen der Entwicklung auch den New Make und einen zwei Jahre gereiften Spirit.

Der Dream to Dram soll für die nächste Zeit der Standard von Kingsbarns sein und den Stil der Brennerei „einnorden“. Vielleicht wird man später noch etwas variieren, aber vorerst werden die folgenden Batches wie dieses erste hier im Verhältnis 90% Ex-Bourbonfässer (von Heaven Hill bezogen) und 10% STR-Weinfässer zusammengestellt. STR ist das Kürzel für „shaved, toasted and re-charred“ und beschreibt jenes von Jim Swan entwickelte Verfahren, das auch sehr erfolgreich von anderen Brennereien wie Kavalan, Penderyn oder Cotswolds eingesetzt wird. Die innere Schicht der Dauben wird dabei abgehobelt und die Fässer neu getoastet und innen ausgebrannt.

Tastingnotes Kingsbarns New Make, Spirit Drink und Dream to Dram

Der New Make (63.5% vol) zeigt sich ausgesprochen fruchtig (Die Fermentation bei Kingsbarns dauert zwischen drei und fünf Tage). Birne; Apfelkompott; Rosinenkuchen; duftiger, frischer Teig. Getreide bleibt im Finish.

Der Spirit Drink lagerte zwei Jahre in zwei First-Fill-Bourbonfässern, die als kleines Batch von 1.800 200ml-Flaschen in Fassstärke von 62,8% vol abgefüllt worden. Vanille zeigt sich und Toffee; helle Schokolade; gedünstete Äpfel; Gewürze kommen durch wie Zimt und Muskat; sehr warm. Nicht scharf oder alkoholisch, mit etwas Wasser verliert er sogar.

Und dann der Dream to Dram: Er wird wie erwähnt aus 90% Ex-Bourbon und 10% STR-Fässern gebatcht und zudem in Trinkstärke von 46% vol abgefüllt. Ein direkter Vergleich mit dem Spirit Drink würde also ein klein wenig hinken. Abgefüllt wird übrigens ungefärbt und ohne Kühlfilterung. Feiner, fruchtig-floraler Duft steigt aus dem Glas auf, fast schüchtern. Leicht süße, fruchtige Aromen gehen zunächst am Gaumen auf, Pfirsich, grüne Banane, dann ein Hauch Vanille, Toffee, Haselnusskrokant; Eiche und Gewürze entwickeln sich; eine getreidige, malzige Note schwingt mit; Röstaromen klingen aus. Das ist kein ungestümer-scharfer Geselle, das ist ein Easy-Going-Drink, ein leichter Aperitif. Ein guter Start denke ich, der eine ausgewogene Entwicklung verheißt. Weich und leicht – Lowland Stil? So sagt man ja.

Das Flaschendesign erzählt eine Geschichte

Ach und die Flasche sollte man sich unbedingt auch näher anschauen, denn die ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. „Das Auge trinkt mit“ heißt es … Die wabenförmige Oberfläche der unteren Flaschenhälfte stellt einen Dovecot dar, den Taubenschlag, der Teil des alten Kingsbarns-Anwesens war und in dem heute das erste abgefüllte Fass der Brennerei ausgestellt ist. Oben am Glas erkennt man kleine fliegende Tauben und am Flaschenmund die Inschrift „Kingsbarns“.

Vielen Dank an Alba Import für die Einladung zur Präsentation und Verkostung.

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