Im Glas: Dance of Dove and Dram at de Librije SMWS 29.214

Die Abfüllungen der Scotch Malt Whisky Society tragen auf dem Label statt des Namen der Brennerei des jeweiligen Whiskys einen beschreibenden phantasievollen Namen. „Dance of Dove and Dram at de Librije“ verrät durch die Erwähnung des bekannten niederländischen Sterne-Restaurans einen besonderen Bezug zu unserem Nachbarland. Diese Abfüllung wurde speziell für den niederländischen Markt herausgebracht. Von Schottland aus gesehen ist das wohl fast Deutschland und so wurden auch einigen deutschen Bloggern Samples dieser auf 216 Flaschen limitierten Abfüllung zugesandt. Da mein Niederländisch aber so gut wie nichtexistent ist – okay, streicht am besten „so gut wie“ – werde ich meine Tastingnotes ganz einfach wie gewohnt in Deutsch weitergeben. Denn weitergeben möchte ich sie, damit ihr die Augen offen haltet: Das ist eine super Abfüllung und wenn sie euch einmal über den Weg läuft, solltet ihr zugreifen – sofern ihr Freunde getorfter Single Malts, speziell von Laphroaig, seid.

Der Name der Brennerei ziert das Label der SMWS Abfüllungen zwar nicht, aber die Ziffern vor dem Punkt in der offiziellen Nummerierung geben ihn preis, sie sind fest einer Brennerei zugeordnet, wie ich in einem Artikel zum Thema SMWS im vergangenen Jahr bereits erwähnt habe. „29“ bedeutet Laphroaig.

Die SMWS bietet ausschließlich Einzelfassabfüllungen an. Mein Sample trägt neben dem Namen „Dance of Dove and Dram at de Librije“ und der SMWS-Nummer 29.214 auch die Angabe 59.1% und die Altersangabe 17. Dass es sich bei diesem Fass um ein Refill Bourbon Hogshead handelte, gefüllt am 1. Juli 1999, erfahren wir auf der entsprechenden Produktseite auf der Homepage der Scotch Malt Whisky Society.

Tastingnotes Dance of Dove and Dram at de Librije SMWS 29.214

Nase: Herrlich phenolisch, Jod, Verbandszimmer im Krankenhaus, Salz. Laphroaig…. Torfrauch, durch den Ananas und Kokosnuss hindurchschimmern und eine ungewohnte Süße verheißen.

Gaumen: Kraftvoll. Lagerfeuerrauch und große Süße. Vanille huscht vorbei. Honig. Und Süße von braunem Kandiszucker. Welche Früchte ahne ich da? Wohl am ehesten Ananas. Die Fassstärke macht sich deutlich bemerkbar, am Gaumen geht der Alkohol auf. Den ersten Schluck am besten erstmal aushalten und dann den zweiten so richtig rundum genießen 🙂  . Mit ein paar Tropfen Wasser wird er sanfter, aber geschmacklich bringt das nicht unbedingt mehr. Die Süße verstärkt sich, dafür verblassen Frucht, Vanille.

Finish: Warm, rauchig, lang.

Mein Fazit: Glückliche Niederländer!!!

Und dann noch der genussreiche Tipp des Tages: Zu diesem oder anderem Laphroaig süß-salziges Erdnussbutter-Konfekt à la Frank genießen ….