Glenmorangie Astar 2017 im Glas

Vor fünf Jahren wurde der Glenmorangie Astar vom Markt genommen. Leider, wenn man mich fragt. Für mich als bekennenden Fan von Bourbonfass gereiften Abfüllungen war deshalb die Nachricht, dass ein Re-Release bevorsteht, eine frohe Botschaft. Der Astar wurde wie kaum ein anderer Single Malt speziell unter dem Gesichtspunkt der Betonung Bourbonfassreifung typischer Aromen kreiert. Kreiert ist hier ein sehr passendes Wort, was der Name des Vorläufers des Astars deutlich macht: Glenmorangie Artisan hieß dieser Single Malt.
Für das Stück Kunsthandwerk verwendeten Dr. Bill Lumsden und Team damals wie jetzt Fässer aus ausgesuchtem Holz amerikanischer Weißeichen, das zuvor zwei Jahre an der Luft getrocknet wurde. Die danach zusammengefügten Fässer wurden leicht getoastet und zunächst für vier Jahre mit Bourbon befüllt, ehe sie entleert für Glenmorangie nach Schottland geholt wurden. Da dies allerdings nicht unbedingt ein unüblicher Werdegang für Bourbonfässer ist, ist wohl nicht zuletzt auch die Kunst der Auswahl der richtigen Fässer bei der Abfüllung des Astar entscheidend, um die gewünschten starken Aromen von Vanille, Toffee, Honig und Karamell in die Flasche zu bekommen.

Tasting Notes Glenmorangie Astar 2017

Inwieweit das gelungen ist, konnte ich jetzt mittels Vorab-Sample von Moet-Hennessy testen. Oder tasten. 52,5% vol steht auf dem Fläschchen. Damit bleibt er ein wenig unter dem Alkoholgehalt des „alten“ Astar, der etwas über 57% vol lag.

In der Nase: Karamellbonbon oder Sahnebonbon? Wohl beide, und davon eine ganze Menge. Birnenkompott, gewürzt mit Zimt und Nelke. Sehr aromatisch und kräftig, sehr verführerisch, ohne dass der hohe Alkoholgehalt sich unangenehm bemerkbar machen würde. „Trink ihn endlich“ signalisiert die Nase.

Am Gaumen: Einen so deutlichen „Wow“ Effekt liefert fürwahr nicht jeder Whisky! Der erste Schluck liefert sofort kräftig würzige Aromen, ist sofort präsent. Zunächst im hinteren Bereich des Gaumens, dann wärmend die Kehle hinunter bis tief in den Brustbereich. Aber keine Schärfe dabei, kein alkoholisches Brennen. „Weich, wachsig, cremig“ sagt das Mundgefühl und die Geschmacksknospen transportieren Vanillearomen, geröstete Mandeln. Kennt ihr Bienenstich, gefüllt mit Vanillcreme? Ein Hauch vollreifer Aprikosen, vielleicht auch tiefsüße Ananas. Die Fruchtigkeit steht aber zurück hinter dem vollmundigen süß- toffeenussigen Aroma.

Finish: Honig, Röstaromen und Eiche klingen ganz leicht, aber lange nach.

Fazit: Den mag ich. Sehr. Rund, weich, sehr aromatisch, ein angenehmer Gaumenschmeichler Stimmt, er hat keine Altersangabe, aber who cares? Ich habe ihn nicht mit etwas Wasser verdünnt versucht, wer ihn absolut austesten möchte, muss das leider selbst nachholen. Ich hatte schlichtweg überhaupt keine Lust dazu 🙂 .

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