Gruß vom anderen Ende der Welt: New Zealand Diggers&Ditch

Whiskynation Neuseeland? Klingt sehr exotisch und der Gedanke an neuseeländischen Whisky ist für die meisten von uns sicher noch sehr gewöhnungsbedürftig. Aber ging es uns nicht vor wenigen Jahren noch ähnlich mit Whisky aus Japan, Taiwan oder auch Deutschland? Probieren geht über Studieren und ehe ich mich heranlese und informiere über neuseeländischen Whisky lasse ich mich einfach einmal ganz unbedarft auf ein Sample ein.

Diggers&Ditch Blended Whisky

New Zealand Diggers DitchThe New Zealand Whisky Company
American Oak Ex-Bourbon, French Oak Ex-Red Wine
45% vol

“New Zealand Diggers Ditch” steht auf der Sampleflasche, die mir der Importeur Kirsch Whisky hat zukommen lassen und darinnen befindet sich ein Whisky in wunderbarem dunklen Kupferrot. Mehr erfahre ich zunächst nicht. Es gibt keine Angaben zum Getreide oder zur Alkoholstärke.

Nase: Süß. Aber auch gleichzeitig ein wenig säuerlich und sehr würzig. Frische Früchte. Reife Brombeere. Maraschinokirsche. Vanille. Irgendwie denke ich an süße Malzbonbons. Auch an frisches Holz. In der Nase ist er fast ein wenig sprittig am Anfang.
Am Gaumen: Ja, die dunkle Kirsche ist da, auch die Beeren. Die jetzt noch intensiver am Gaumen als in der Nase. Weintrauben. Rosinen. Vanille. Der süße und zugleich auch säuerliche Eindruck der Nase findet sich am Gaumen wieder. Honig. Röstaromen, dunkle Schokolade. Auch leichte Tannine, Holz. Er „wärmt“ sehr, dieser Whisky, obwohl er vermutlich keine Fassstärke hat.
Finish: Trocken und lang, Malz und Holz klingen nach.
Fazit: Die Eindrücke sind sehr vielfältig, aber sie ergänzen sich gut. Die Komposition stimmt und der Whisky hinterlässt einen weichen, runden Gesamteindruck. Sicher kein reines Bourbon-Fass. Vielleicht ein Finish? Neuseeland hat ja guten Wein im Angebot…. 😉 Da lohnt es sich näher hinzuschauen, finde ich.

Nähere Infos zum Diggers&Ditch

Diggers Ditch FlascheIm Internet mache ich mich dann schlau über diesen Diggers Ditch und entdecke, dass es der „Diggers&Ditch“ sein muss von der New Zealand Whisky Company. „Doublemalt“ ist die Namensergänzung. Er wird auf der Homepage des Unternehmens mit 41,5% vorgestellt, aber im deutschen Handel entdecke ich auch eine Diggers&Ditch Abfüllung mit 45%. Eine kurze Nachfrage beim Importeur ergibt, dass ich diese 45%-Version im Glas hatte.

“This is a blend of our DoubleWood barrels and a secret Tasmanian Single Malt.” lese ich im Internet und erfahre, dass dieser Whisky in amerikanischer (Ex-Bourbon) und französischer Eiche (Ex-Weinfässer) heranreifte.

Die neuseeländische Dunedin Distillery, auch als Willowbank Distillery bekannt, in der der neuseeländische Whisky  für den grundlegenden Double Wood (70%Malt und 30%Grain) gebrannt wurde, ist seit 2010 stillgelegt und wurde demontiert. Die Fassbestände wurden von der New Zealand Whisky Company übernommen, lagern jetzt an der Küste Oamarus und werden jetzt als Single Malt und als Blends herausgebracht. Eine nicht unendliche Geschichte, wie es logerweise aussieht.

Aber dann ist da ja auch noch ein Teil „secret Tasmanian Single Malt“ im Diggers&Ditch. Demnach haben wir es hier gar nicht mit einem rein neuseeländischen Whisky zu tun, sondern mit einer neuseeländisch-australischen Vermählung. Bei Tasmanien fällt mir natürlich sofort der Sullivan’s Cove ein, der bei den World Whisky Awards zum besten Single Malt des Jahres gekürt wurde und auch bei Jim Murray extrem gut wegkam. Aber es gibt noch mehr tasmanische Whiskys. Tasmanien ist sozusagen die australische Speyside. Welcher der dortigen Single Malts hier für den Diggers&Dirch verwendet wurde, ist ja geheim, wie es heißt.

Und auch wenn die Bestände der Willowbank Distillery irgendwann zur Neige gehen werden, so geht die Geschichte des neuseeländischen Whiskys definitiv weiter. Ich habe die 2014 gegründete Thomson Distillery im Internet gefunden oder auch Cardrona, die Dezember 2015 das erste Fass mit New Malt befüllten. Neuseeland – Neuwhiskyland.

Fotos: 1x privat / Bild der Flasche: Kirsch Whisky Import

One comment Add yours
  1. Sehr spannend, vor allem, dass man das Blending mit dem australischen Whisky so offen kommuniziert.

    Aber du hast schon recht, vielleicht wird Neuseeland ja nach Japan die nächste aufstrebende Whiskynation 🙂

    Ich bin gespannt, hoffentlich bekomme ich auch bakd mal die Gelegenheit, einen Neuseeländer zu probieren.

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